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Unter der Brücke, auf der Brücke und Blaue Berge die Dritte!

Schon wieder ist ein Monat vergangen und die Zeit scheint nun noch schneller zu rasen. Es wird langsam eng mit unseren Aktivitäten, die wir noch so vorhaben. Aber wir geben alles und freuen uns auf die noch verbleibenden 2,5 Monate Downunder!

Der australische Frühling hat sich mit aller Macht in Sydney breit gemacht und läßt manchmal schon erahnen, was uns in den nächsten Wochen noch bevorstehen wird: Hitze! Auf der anderen Seite ist er aber auch unberechenbar und es regnet und stürmt, was das Zeug hält. Hinzukommt, dass der australische Wetterdienst so was von unglaublich unzuverlässig ist, dass man sich am besten auf die eigenen Augen verlässt, indem man morgens einfach mal aus dem Fenster schaut. Das ist auf jeden verlässlicher, als der Wetterbericht im Fernsehen, Internet oder Radio. Die Australier können definitiv viel, aber das Wetter vorhersagen, gehört nicht unbedint zu ihren Stärken. Unseren Bridgclimb hätten wir nämlich sonst bestimmt an einem anderen Tag eingeplant. Dazu später aber mehr!

Auch unseren dritter Besuch in den Blue Mountains hatten wir uns anders vorgestellt, denn die Blauen Berge haben uns genauso verabschiedet, wie sie uns an Ostern empfangen haben: Nebel und Nieselregen! Warum auch nicht, denn so haben wir sie lieben gelernt und das Käsefondue im Swiss Cottage hat gleich viel besser geschmeckt!

Nur beim 7Bridgeswalk - einem Charitywalk über 7 Brücken durch ganz Sydney - hat sich der Frühling von seiner schönsten Seite gezeigt. Sonnencreme und Hut waren unverzichtbare Begleiter und der abkühlende Sprung in unseren Pool hat für die Strapazen entschädigt... Na ja, es sind nur zwei Brücken geworden, aber immerhin fünf Stempel in unserem Walking-Pass.

Über 7 Brücken sollst du gehen

Der 7Bridgeswalk ist eine sportliche Veranstaltung, organisiert von verschiedenen australischen Wohltätigkeitsorganisationen, um vor allem Spenden zu sammeln. Dieses Jahr stand der Kampf gegen Brustkrebs im Vordergrund.

Für die Teilnehmer wurde dafür ein 25 Kilometer langer Rundkurs festgelegt, der durch die ganze Stadt und über insgesamt sieben Brücken führte, darunter natürlich die Sydney Harbour Bridge und die nicht weniger imposante ANZAC-Bridge. Man konnte joggen oder einfach nur spazieren gehen. Hauptsache man war dabei und hat an verschiedenen Checkpoints einen Stempel in seinen Walking-Pass bekommen.

Wir haben uns nicht lumpen lassen und sind ebenfalls einen Teil des Weges gelaufen. Zwar haben wir nicht die ganzen 25 Kilometer geschafft, aber immerhin waren es am Ende acht Kilometer, zwei Brücken und fünf Stempel! Bei 30 Grad und 90% Luftfeuchtigkeit hat uns das gereicht und wir haben uns dann lieber mit einem Sprung ins kühlende Nass vergnügt.

Schöner Nebeneffekt war, dass wir einmal den ganzen Weg über die Sydney Harbour Bridge gelaufen sind. Dies hat uns einen ersten kleinen Eindruck davon vermittelt, wie es dann kurze Zeit später auf dem Brückenbogen beim Bridgeclimb sein musste. Auch konnten wir den innerstädtischen Vergnügunspark 'Luna Park' besuchen, der nach der Fertigstellung der Harbour Bridge für die Brückenarbeiter und ihre Familien zum Dankeschön errichtet wurde.

Besteigung der Sydney Harbour Bridge - Bridgeclimb

Ein absolutes Highlight und ein Muss für jeden Sydneybesucher ist die Besteigung der Sydney Harbour Bridge! Wir hatten uns das schon lange vorgenommen und nun haben wir es endlich geschafft. Eigentlich wollten wir ja warten, bis das Wetter hier wieder etwas wärmer und sonniger wird, um einen herrlichen Ausblick vom Gipfel der Brücke zu geniessen. Aber wie oben schon erwähnt, hat weder das Wetter mitgespielt noch hat der Wetterbericht eine verlässliche Vorhersage geliefert. Diese besagte nämlich, dass es morgens klar und wolkenlos sein sollte, bei angenehmen Temperaturen und erst am frühen Nachmittag sollte es sich zuziehen und Schauer geben.

Gutgläubig wie wir waren, haben wir uns dann gleich für die erste Gruppe am Samstagmorgen um 7:25 Uhr angemeldet, in der freudigen Erwartung, dass wir einen schönen Morgen auf der Brücke verbringen würden. Wenn wir an unserem wohlverdienten Wochenende schon so früh aufstehen, wollten wir auch schönes Wetter haben. Aber genau: erstens kam alles anderes und zweitens als man denkt.

Kurz nach 5:00 Uhr klingelte der Wecker und was sahen wir...graue Wolken und Nieselregen. Nun gut, dachten wir, wir haben ja noch zwei Stunden in denen sich alle Wolken verziehen werden. Nein, auch das geschah nicht. So stiefelten wir also in aller Herrgottsfrühe durch Sydney mit unserem Regenschirm. Aber wir ließen uns die Stimmung nicht vermiesen, denn blauen Himmel und Sonnenschein kann ja jeder auf der Brücke haben. Aber wer hat schon mal das Erlebnis bei Regen über dem Sydney Harbour zu stehen? Es muss auch Schlechtwetterkletterer geben und das waren wir!

Immerhin waren wir die ersten an diesem Morgen, die auf die Brücke stiegen, in unglaublich sexy grauen Strampelanzügen mit Regenhose und Regenjacke bewaffnet. Dazu angeseilt und mit Kopfhörer versehen, damit wir unseren Bückenführer auch immer gut verstehen konnten. Einen Alkoholtest mussten wir ebenfalls abgeben sowie alles am Körper befestigen, was man mitnehmen musste: Hut, Funkempfänger, Taschentuch und Sonnenbrille. Einne Fotoapparat durfte man natürlich nicht mitnehmen. Entsprechend gemachte Fotos konnte man am Ende nur käuflich erwerben.

Insgesamt galt es nun innerhalb von 2 Stunden 1437 Stufen hinauf- und wieder hinabzuklettern. Kalt wurde es uns auf jeden Fall nicht. Viele steile Leitern waren zu bewältigen, bevor es dann relativ gemütlich auf einem der Brückenbögen bis hinauf auf den höchsten Punkt der Brücke ging!

Was für ein Ausblick und was für ein Erlebnis! Unter uns lag nur Wasser und der achtspurige Highway, der über die Brücke führt. Das Wetter hatte sich auch etwas beruhigt und wir genossen den Blick in alle vier Himmelsrichtungen. Da standen wir also nun auf der bestimmt berühmtesten Brücke der Welt 134 Meter über der Wasseroberfläche.

Die Brücke besteht aus 53000 Tonnen Stahl und wird von den Einheimischen liebevoll 'Kleiderbügel' genannt. Es ist zwar nicht die längste aber immerhin die größte Stahlbrücke der Welt. Fertiggestellt wurde sie im März 1932 und die Bauzeit betrug insgesamt acht Jahre. 1400 Brückenarbeiter und 6 Millionen Nieten - alle per Hand eingehämmert - waren notwendig, um dieses Stahlgerüst zusammenzubauen. Seit 1998 ist es möglich, die Brücke zu besteigen und jedes Jahr an Sylvester findet hier das wohl berühmteste Feuerwerk der Welt statt.

Nach Überquerung der Brücke am höchsten Punkt, auf einem schmalen Stahlträger, ging es auf dem gegenüberliegenden Brückenbogen wieder hinab und 3,5 Stunden später hatten wir wieder sicheren Boden unter den Füßen. Immerhin wurden wir nicht allzu nass und das Erlebnis hat für alles entschädigt.

In The Rocks haben wir uns dann mit einem ausgiebigen Frühstück belohnt. Genau zu diesem Zeitpunkt war es dann, als die Wolkendecke aufriss und strahlender Sonnenschein auf die Brücke traf. Könnt ihr euch noch an den Rohrspatz erinnern...? Danke, lieber Australischer Wetterdienst!

Zick-Zack durch die Blauen Berge

Wir haben euch schon viel über die Blue Mountains berichtet. Wir waren nun ein drittes Mal dort, um uns von diesem wunderschönen Flecken Erde zu verabschieden. Zudem wollten wir auch nochmal das Erlebnis geniessen, mit einer Dampflock in Zick-Zack Manier in ein wunderschönes Tal zu fahren. Deswegen der Name 'Zig-Zag Railway'.

Das Wetter lud sowieso mal wieder nicht zum Wandern ein, aber das war uns ja nun schon vertraut. So dampften wir gemütlich mit geschätzten 40 km/h mit unserer Lok Thomas den Berg hinab. Das besondere ist, dass die Lok auf ihrem Weg nach unten immer wieder abgekoppelt werden muss und dann an das andere Ende der Wagons gesetzt wird, damit die Fahrt weitergehen kann. Kurvenfahren geht hier nicht, da der Berg einfach zu steil und zu eng ist. Somit werden unterwegs immer wieder kleine Pausen eingelegt, in denen man den herrlichen Ausblick in das Tal geniessen kann.

Der eigentliche Grund unseres letzten Besuchs war aber eigentlich, dass wir nochmal in unserem geliebten Swiss Cottage essen gehen wollten. Hier waren wir schon bei unserem ersten und zweiten Besuch und jedes Mal haben wir die heimelige Atmosphäre genossen, da es draussen nass, kalt und immer herbstlich-winterlich war. Und so war es auch dieses Mal. Somit hat unser Käsefondue hervorragend geschmeckt und vermittelte uns ein wenig das Gefühl von Winter im November während es in Sydney 25 Grad hatte!

Das nächste Mal

In der letzten Novemberwoche werden wir unseren letzten längeren Urlaub in Australien geniessen. Uns zieht es nochmal nach Brisbane und North Stradbroke Island, da es Doreen dort das erste und mir das ca. achte Mal so gut gefallen hat. Zudem feiern wir in Brisbane unsere halbjährige Verlobung in dem Restaurant, wo wir uns im Mai verlobt haben. Wir werden nochmal Strand, Sonne, Meer und Tauchen geniessen und uns hoffentlich gut für den anstehenden Endspurt erholen. Wir werden euch berichten!

Wir hoffen, dass es euch allen gut geht und schicken euch viele liebe Grüße. Bis zum nächsten Mal!

16.11.08 03:07

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