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Byron Bay und Nimbin: Surfer, Hippies und Marihuana

"Do ya wanna buy anything"?, war die am häufigsten gestellte Frage, die wir am verlängerten Wochenende Anfang Oktober in Byron Bay und Nimbin gehört haben. Jedes Mal haben wir freundlich den Kopf geschuettelt und "No" geantwortet. Das schöne ist, niemand ist hier aufdringlich oder unfreundlich. Willkommen in der wohl alternativsten und freundlichsten Region Australiens!

Byron Bay und das Hinterland, in dem sich Nimbin befindet, sind ein absolutes Muss für jeden Australienreisenden, egal ob er/sie nun "was" kaufen möchte oder nicht. In dieser Region hat sich eine Alternativkultur entwickelt, die so freundlich und herzlich ist, dass sich jeder sofort willkommen fühlt. Surfer, Hippies, Yuppies, Schwarz, Weiss und manchmal auch Grün (vor allem junge Backpacker) treffen sich hier, um diese tolle und sympathische Atmosphäre zu erleben. Dass jedem Reisenden hier zusätzlich einige der schönsten Strände Australiens und besten Surfgebiete der Welt geboten werden, setzt dem Ganzen nur noch das i-Tüpfelchen auf. Wir haben die Zeit genutzt und haben uns von der Atmosphäre berieseln lassen.

Nimbin und das Hinterland

Unseren ersten Tag haben wir im Hinterland von Byron Bay verbracht und dabei die wohl kleinste und bunteste Hippiestadt der Welt besucht: Nimbin.

Die Region hier wird das Regenbogengebiet genannt und dementsprechend bunt geht es hier auch zu. 1973 hat in Nimbin das Aquarius Festival stattgefunden, mit vielen Studenten, Hippies und Party People. Viele sind nach dem Festival in Nimbin geblieben und haben Kommunen gebildet, in denen sie heute noch zusammenleben. Seitdem haben sich hier viele Künstler, Musiker, noch mehr Hippies und Umweltschützer niedergelassen. Marihuana bildet dabei eine zentrale Freizeitbeschäftigung der Einwohner. Obwohl überall in Australien verboten, wird hier ein Auge oder manchmal auch zwei zugedrückt, so dass das Kraut auch ganz offen neben der Polizeistation gehandelt wird. Ob zum Rauchen, Tee machen oder in Schokoladenmuffins verarbeitet, spielt dabei keine Rolle. Jeder weiss es und jeder macht mit.

Wir haben uns dann doch lieber an mehr "legale" Kräuter gewagt und sind in den "Happy High Herbs" Laden gegangen, der direkt neben dem Nimbin Museum und dem Rainbow Cafe liegt. Kräuterenthusiasten finden hier alles, was sie zum Glücklichsein benötigen: Kräuter für das allgemeine Wohlbefinden, Kräuter für eine glückliche Stimmung, Kräuter für die Potenz, Kräuter für die Libido der Frau, usw. So manches Kraut hier ist garantiert stärker und berauschender als Marihuana, im Gegensatz zu Letzterem aber legal erhältlich. Diese Logik ist nicht unbedingt zu verstehen, aber das ist wahrscheinlich ein Grund dafür, warum es hier die "Free Hemp" Partei gibt. Und war da nicht auch mal ein deutscher Politiker, der ähnliches gefordert hat und dies dann von einem bekannten Entertainer vertont wurde...? In Nimbin wären sie auf sehr offene Ohren gestoßen.

Nimbin Museum

Guter Dinge haben wir den Glücklichen Kräuterladen wieder verlassen und haben uns die Hauptattraktion in Nimbin angeschaut: das Nimbin Museum. Es erzählt in bunter und kompakter Art und Weise die Entstehung und Geschichte von Nimbin. Gepaart wird das ganze mit politischen Statements - natürlich Grün und Links - und mit bekannten Zitaten von Ghandi, Martin Luther King Jr. oder Nelson Mandela. Der berühmte VW Bus oder auch VW Kombi darf natürlich nicht fehlen, denn dieser ist eine Ikone - und zwar in ganz Australien.

Das ganze Museum verkörpert die Lebenseinstellung der Menschen hier: sympathisch, freundlich, bunt und ein geordnetes Durcheinander. Wir haben uns wohlgefühlt! Im Rainbow Cafe haben wir uns dann noch Mocha und Milchshake schmecken lassen bevor wir in den Nightcap National Park aufgebrochen sind - Subtropischer Regenwald und einwöchiges Zuhause für Florian im Jahr 2001.

Die Laube im Regenwald

Doreen's einzige Worte waren:"Nicht eine Nacht würde ich hier verbringen!" Fasziniert war sie aber trotzdem, denn mitten in diesem kleinen Abschnitt Regenwald des Nightcap Nationalparks in der Nähe von Nimbin befindet sich eine Ein-Zimmer-Laube, die einem Freund von Florian's Eltern gehört. Zusammen haben sie dort im Jahr 2001 mehrere Tage gewohnt und dabei die absolute Stille des Regenwaldes genossen. Für die anstehenden Uniprüfungen war es damals der perfekte Platz zum Lernen. Allerdings hat wohl schon länger niemand mehr die Laube bewohnt, denn Spinnweben und zerfressene Zeitungen zeugten von anderen Bewohnern, die sich hier in der Zwischenzeit niedergelassen haben. Doch ein wenig Putzen und Aufräumen und schon wäre die Hütte wieder hergestellt. Für jeden Campingenthusiasten wäre es der perfekte Platz!

Den restlichen Tag haben wir dann mit einem kleinen Spaziergang zu einem wunderschönen Wasserfall verbracht, der "Protester Falls" genannt wird. Ohne den Einsatz der Umweltschützer in den 70iger Jahren, wären dieser Wasserfall und der Regenwald heute nicht mehr zu geniessen, da er abgeholzt werden sollte. Nach vielen Protesten hat die australische Regierung damals aber eingelenkt und den Wald zum Nationalpark erklärt. Der Name der Wasserfälle erinnert heute noch an diese Zeit.

Byron Bay und der östlichste Punkt Australiens

Den zweiten Tag haben wir in Byron Bay verbracht. Dort fand an diesem Tag der größte und einer der schönsten Märkte der Region statt. Kleidung, Essen, Trinken, Kunst, Spielzeug und Schmuck kann man hier günstig erwerben. Nebenbei treten viele lokale Musiker und Künstler auf, die sich ein wenig ihren Lebensunterhalt verdienen. Es ist ein buntes Treiben und eine entspannte Atmosphäre und deswegen sehr beliebt. Dabei wird für jeden etwas geboten, ob man nun Eis aus gefrorenen Früchten probieren, dem Zusammenspiel aus Gitarre und Didgeridoo lauschen oder Schwertschluckern bei ihren Kunststücken zuschauen möchte. Frische Macadamia Nüsse für die kulinarischen Freunde gibt es genauso wie günstige Kleidung oder Holzkunstwerke. Nebenan werden Massagen angeboten oder in Tarot Karten gelesen. Wir haben von allem etwas mitgenommen und haben die Stimmung dort sehr genossen.

Natürlich konnten wir uns auch nicht einen schönen Strandspaziergang entgehen lassen und dabei den Surfern bei ihrem Ritt durch die Wellen zuschauen. Leider war es aber zum Baden etwas zu windig und das Wasser zu kalt. Somit haben wir uns dann sehr schnell zu der letzten Attraktion aufgemacht, die Byron Bay zu bieten hat: dem östlichsten Punkt des Australischen Kontinents.

Dort steht der wohl schönste Leuchtturm Australiens und lotst noch heute die Schiffe, um diese Landzunge herum. Von hier geniesst man einen wunderschönen Blick auf die Strände im Norden und im Süden der Küste und kann mit viel Glück Wale und Delfine beobachten. Auch japanische Reisegruppen kann man von hier aus sehr gut studieren, wie sie in Horden aus den Bussen steigen und dann innerhalb von 10 Minuten alles fotografieren, was irgendwie aus Molekülen und Atomen besteht. Und dabei dachte ich immer, ich sei schon schlimm, wenn es um Fotos machen geht!

Von hier aus sind es bis zum westlichsten Punkt Australiens (Steep Point) über 4000km. Ein unglaublich grosses Land!

Das nächste Mal

Der Oktober war für uns der wohl bisher arbeitsintensivste Monat und ging dementsprechend schnell vorbei. Die Sydney Motor Show, eine Woche Spritspartraining und die Finanzkrise haben uns ganz schön auf Trab gehalten. Aber wir haben die Zeit trotzdem genossen und immer wieder ein wenig Zeit gefunden, um dieses Land weiter zu erkunden.

Wir werden euch das nächste Mal vom 7Bridgeswalk berichten, von unserem letzten Aufenthalt in den BlueMountains und haltet euch fest: von unserem Bridgeclimb auf die Sydney Harbour Bridge! Seid also gespannt!

Dann bleibt uns erstmal nichts anderes mehr als euch viele Grüße und 5 Grad Celsius von 38 Grad im Schatten zu schicken. So warm war es vor zwei Tagen. Es soll der heisseste Sommer werden, den Australien je erlebt hat! Bis zum nächsten Mal!

 

2.11.08 07:21

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