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Blue Mountains die 2te - oder die Berge sind blau und nicht weiss!

Wir haben es nochmal gewagt! Und sind belohnt worden. Die Blue Mountains gibt es tatsächlich. Wir haben sie gesehen bei herrlichem Wetter und klarer Luft. Der oft genannte blaue Dunst liegt wirklich in der Luft und der weisse, nasse Nebel vom letzten Mal war mit keinem einzigen Tropfen mehr sichtbar. Nichts wie hinaus, denn der Berg ruft!

Ankunft bei 2.5° Celsius

Für viele, die es immer noch nicht glauben wollen, aber im Süden von Australien ist Winter. In den Snowy Mountains liegt herrlicher Pulverschnee zum Skifahren und auch in den Blue Mountains (ca. 1100 Meter hoch) hat es kurz vor unserem Besuch noch leicht geschneit. Einen kurzen Gedanken verschwendeten wir an Winterreifen, aber das wäre dann doch maßlos übertrieben. Vor allem woher bekommen, wenn nicht einfliegen lassen?

So machten wir uns also auf und das Thermometer im Auto viel von Kilometer zu Kilometer, die wir höher in die blauen Berge fuhren. Es war ein herrlich klarer Abend und in Katoomba, unserem Ausgangsort, angekommen, standen unfassbare 2,5° Celsius im Display. Dass wir das mal in Australien erleben werden, hatten wir uns nicht vorstellen können. Vor allem da wir in wenigen Tagen in den warmen Norden bei 27° gehen sollten, um unseren wohlverdienten Sommerurlaub zu machen. Na ja, zum Glück hatte unser Zimmer eine Heizung und Wolldecken, einen Wasserkocher für Tee und der Pizzabringdienst ist auch nicht erfroren. Aber einen Blick auf die Three Sisters bei Nacht wollten wir uns dann doch nicht entgehen lassen. Schließlich wollten wir sie endlich sehen.

Wandern im Valley of the Waters

Der nächste Tag hielt traumhaftes Wanderwetter bereit mit 15° und Sonnenschein. Wir trauten dem Frieden am Anfang noch nicht ganz und zogen alle Lagen an, die wir dabei hatten, aber es wurde immer schöner und angenehmer, so dass die warme Strickjacke bald in den Rucksack wanderte.

Wir hatten uns das Valley of the Waters ausgesucht, da hier wunderschöne Wasserfälle im temperierten Regenwald zu erkunden sind. Da wir schon früh aufgebrochen sind, waren wir fast ganz alleine unterwegs und konnten diese herrliche Natur voll und ganz geniessen. Nach anstrengenden Wochen bei der Arbeit luden wir unsere Akkus wieder auf und der Blick und das Wetter entlohnten uns für die vergangene Zeit.

Die seltene Art der Rohrspatzen war diesmal wohl in wärmere, nebligere und nassere Gefilde geflogen, denn er war einfach nicht zu hören. Stattdessen hörte der kundige Wanderer eher ein fröhliches Dahinzwitschern eines weiblichen Singvogels 'Homo Avis' genannt. Bei jedem Schritt hörte man ein juchzendes Geräusch und jeder Lookout wurde mit einem entzückenden Schnattern begleitet! Das Herz eines jeden Ornithologen wäre vor Freude aufgegangen und hätte das Singvögelchen gerne noch viele weitere Wanderstunden begleitet. Selbst bei einem anstrengenden Aufstieg blieb der Singvogel freudig gestimmt und ich glaube, dass es nur dieser Vogelart gelingt, freudig angestrengt zu keuchen! Wahrlich ein seltenes und aussergewöhnliches Exemplar!

Unser Lieblingsrestaurant - das Swiss Cottage

Es ist ein absoluter Geheimtipp und taucht in keinem Reiseführer auf: das Swiss Cottage. Bei unserem ersten Aufenthalt in Katoomba hatten wir es eher zufällig entdeckt und sogar noch eine Tisch bekommen. Ein wahrer Glücksfall wie sich bald herausstellen sollte, denn es ist bei den Einheimischen sehr beliebt. Diesmal hatten wir vorsorglich einen Tisch reserviert und freuten uns schon den ganzen Wandertag auf das abendliche Mahl. Wir hatten es uns auch redlich verdient, denn die Wanderung war für geübte Städter nicht ohne und der Hunger war hart erkämpft.

Highlight war dann frisch gemachter Glühwein, der reichlich floss und das winterliche Nachtwetter fast vergessen machte. Dazu gab es gefüllte Pilze, französische Zwiebelsuppe, Hase in Weissweinsoße, Steak mit Kartoffelgratin und zum Dessert, Creme Brulee und schweizer Kaffee mit echtem Kirschwasser. Wanderherz was willst du mehr! Es wird bestimmt nicht unser letzter Besuch in der Swiss Cottage gewesen sein!

Three Sisters und eine Bergbahnfahrt ins Glück

Das berühmteste Wahrzeichen in den Blue Mountains sind die Three Sisters. Auch bei Tage wollten wir sie uns nicht entgehen lassen, denn beim ersten Mal konnten wir sie nur schemenhaft im Nebel ausmachen. Dieses Mal waren sie in ihrer beeindruckenden Gestalt da, aber mit ihnen auch die Masse an Menschen. Der Vortag fast ganz ohne Menschen lag uns noch in Erinnerung, so dass wir nur schnell ein paar Fotos machten und dann zu unserer nächsten Wanderung zu den Katoomba Falls aufmachten. Über 1000 Stufen muss man hinablaufen, um den Wasserfall in seiner kompletten Länge abzulaufen. Der Muskelkater war noch drei Tage später zu spüren.

Aber wir waren wieder fast für uns alleine und konnten diesen 250 Meter hohen Wasserfall geniessen. Im Tal angekommen, gönnten wir uns erstmal ein kleines Picknick, um uns zu stärken für das, was uns dann noch erwarten sollte. Genau, wir mussten ja alles wieder hoch. Aber wir wählten nicht die 1000 Stufen, sondern die Bequemlichkeit der dort vorhandenen seilgezogenen Bergbahn, mit der früher die Bergwerker in das Tal gefahren sind. Wir hätten auch eine Seilbahn wählen können, die sind wir aber schon das letzte Mal gefahren und so dachten wir, die Bergbahn ist mal was anderes.

War sie auch, aber in einer anderen Art und Weise als wir erwartet hatten. Denn schon die fast liegende Sitzposition bei ebenem Gelände hätte uns stutzig machen sollen. Was dann kam, trotzt jeglicher Beschreibung. Wir hatten schon viele Achterbahnfahrten in unserem Leben mitgemacht und jeder Looping war ein Klacks gegen das, was in fünf Minuten in dieser Bergbahn geschah. SENKRECHT ist das Wort, welches zur Beschreibung der Fahrt ausreichen muss. Die liegende Position wandelte sich sehr schnell in eine fast stehende Position, in der man sein ganzes Hab und Gut sichern musste. Als dann noch ein dunkler Tunnel, angeblich der steilste und längste der Welt, kam, war es um das Singvögelchen geschehen. Juchzende Freude hört sich anders an und gesunde Gesichtsröte sieht auch anders aus. Die weisse Farbe im Gesicht unseres Singvögelchens erinnerte eher an den Nebel unseres ersten Besuchs. Die Erleichterung war allen Beteiligten anzumerken, als die liegende Position am Ende wieder erreicht war.

Es war das eigentliche Abenteuer an diesem Wochenende und wir sind uns sicher, dass wir von nun an, jede Achterbahnfahrt mit einem Gähnen quittieren werden. Diese Fahrt ist für jeden Abenteurer sehr empfehlenswert und auf gar keinen Fall etwas für schwache Nerven!

Somit ging ein sehr schönes und ereignisreiches Wochenende in den Blue Mountains zu Ende. Sie haben sich uns von ihrer schönsten Seite gezeigt und wir haben es dankbar in uns aufgenommen!

Endlich Urlaub

Unser nächster Blogeintrag wird sich dann wieder mit dem Sommer beschäftigen: mit traumhaften, weissen Stränden, türkisblauem Wasser, bunten Korallen und Fischen und tropischem Regenwald. Wir haben endlich Urlaub! In wenigen Tagen geht es los und wir können es kaum erwarten. Seid gespannt auf tolle Bilder und neuen ereignisreichen Geschichten! Hoffentlich nur mit Singvögeln!

Wir schicken euch viele Grüsse und bis zum nächsten Mal!

20.7.08 07:31

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(20.7.08 13:21)
Liebe Doreen, lieber Florian,
grandios die Bilder aus den Blue Mountains, vor allem das mit der steilen Bergbahn und Doreen {Emotic(oneonone). Wir freuen uns, dass es euch beiden frisch Verlobten so gut geht und ihr viele wunderbare Dinge auf diesem herrlichen Kontinent erlebt. Für den anstehenden Urlaub im warmen hohen Norden wünschen wir euch viel Spaß, Ruhe, Erholung und spannende Erlebnisse beim Tauchen, Schnorcheln und was ihr sonst noch alles vor habt.
Liebe Grüße
Eure Eltern, Oma und Deva