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Wir waren da - im Herzen Australiens!

Die Queen hatte Geburtstag - zumindest wurde dies am Montag, den 09. Juni in Australien gefeiert. Kein Mensch weiss eigentlich so richtig warum. Denn der eigentliche Geburtstag der Queen ist am 21. April. Die Feier in England findet immer an einem Samstag Mitte Juni statt (dieses mal am 14. Juni), da dort anscheinend auf besseres Wetter gehofft wird. Warum aber in Australien der 09. Juni Queen's Birthday ist und dazu auch noch ein Feiertag!? Selbst die australischen Kollegen konnte diese Frage nicht beantworten. Eine kleine weitere Eigenart der Australier!

Uns war es letztendlich wurscht, was die Australier am 09. Juni feiern, denn wir haben das lange Wochenende genutzt, um ihn endlich zu sehen: Uluru (Ayers Rock)! Die dritte von vier Herausforderungen, die ich mir fuer dieses Jahr in Australien vorgenommen habe (Nummer eins: Didgeridoo kaufen und spielen, Nummer zwei: Mit Doreen verloben, Nummer drei: Uluru besuchen und Nummer vier: Bridgeclimb in Sydney)! Die Reihenfolge spiegelt selbstverstaendlich nicht die Wichtigkeit der Ereignisse wider, sondern rein deren zeitlichen Abfolge!

Es war supereinmalig und unglaublich beeindruckend!

Aber der Reihe nach.

Ankunft im roten Herzen - Outback

Samstagmorgen in aller Herrgottsfrühe sind wir aufgestanden und haben uns auf den Weg zum Flughafen gemacht. Ein Silver Service Taxi stand um 06:45 Uhr pünktlich vor der Tür. Anscheinend ist dies einer der besseren Taxiservices unter vielen schlechten in Sydney. Zumindest bringen diese einen ohne Umwege dahin, wo man hinmöchte. Andere wissen entweder nicht, wo sie hinfahren oder aber sie wissen es, fahren dann über Brisbane zum Bestimmungsort. Das kann manchmal durchaus ein Abenteuer werden!

Vier Stunden später sind wir dann gelandet - in der Mitte von Nirgendwo! Eine einsame Rollbahn in der Wüste war alles, was wir sahen und drumherum ganz viel roten Sand, übersät mit Spinifex-Gras und ein paar einsamen Büschen. Es war fast ein Kulturschock: von der 4 Millionen Metropole Sydney in das fast menschenlose Outback! Die Landschaft sah aus wie gemalt und wirkte sehr unwirklich. Und da war er dann: das flache Outback gab einem keine andere Möglichkeit, als die einzige Erhebung weit und breit zu sehen - den Uluru! Ich musste zweimal hinschauen, um es wirklich zu glauben! Wir waren ganz aufgeregt!

Mit unserem gemieteten Fahrzeug ging es dann auf der einzigen Strasse nach Yulara - der einzigen Übernachtungsmöglichkeit. Unser Hotel trug den schönen Namen "Outback Pionier" und so fühlten wir uns auch. Vereinzelt sah man ein paar Menschen, denn im weiten Outback verläuft sich das sehr schnell.

Das Ressort bietet aber alles, was der geübte Stadtmensch so braucht, um im Outback zu überleben: Tankstelle (mit Benzinpreisen, die an eine Ölkrise erinnerten), mehrere Cafes und Restaurants, einen Supermarkt, eine Bank, einen Friseur, Post, Tourdesk und Zeitungsladen. Souvenirs konnte man natürlich auch erstehen. Zum Glück hat es aber das Restaurant "Zum goldenen M" noch nicht dorthin geschafft. Coca Cola war allerdings schon da. Wir haben lieber schnell etwas gegessen und sind dann in die weiten des Outbacks aufgebrochen, um eine der beiden Attraktionen zu besuchen: Kata Tjuta (The Olgas).

Kata Tjuta (The Olgas) - oder "Dort, wo die Städter mit den Fliegen kämpfen"

Da war er wieder - unser kleiner Rohrspatz aus den Blue Mountains. Die gemeine Fliege hatte ihn sofort erkannt und flog regelmässig Angriffe auf das völlig wehrlose Geschöpf, welches unglücklicherweise sein grosses Fliegennetz im Hotel gelassen hatte. Dabei war es eigentlich Winter im Outback und Fliegenschwärme waren nicht unbedingt zu erwarten. Aber 2-5 Fliegen wurden dann doch gesichtet. Warum diese sich allerdings gerade und fast ausschliesslich auf unseren kleinen Rohrspatz konzentrierten, bleibt ein ungelöstes Rätsel. Zum Glück bestand die Lösung darin, immer in Bewegung zu bleiben, um der gemeinen Fliege keinen ruhigen Landeplatz zu gewähren. So machten wir uns auf Kata Tjuta zu erforschen.

Diese Gesteinsformationen sind bei vielen Besuchern fast beliebter als Uluru, denn sie bieten weitaus mehr Abwechslung und zwei wunderschöne Wanderungen, die nicht von so vielen Menschen gelaufen werden. Eine führt in eine Schlucht zwischen den beiden höchsten Gesteinsformationen, die Kata Tjuta zu bieten hat. Die Stille dort ist einfach wunderbar. Und die visuellen Eindrücke noch viel mehr. Rote Gesteinsfarbe vermischt sich mit einem blauen Himmel, gelbem Spinifex und ein paar grünen Büschen. Schon hier merkte man die Besonderheit, die von diesem Ort ausgeht. Die Natur bringt unglaubliche Wunder zustande! Die zweite Wanderung nennt sich "Valley of the Winds" und ist weitaus länger als die erste. Dafür führt sie einen noch tiefer zwischen die Erhebungen und bietet unfassbare Ausblicke. Fast niemand war unterwegs und somit war die Stille noch intensiver - ein tolles Gefühl. Irgendwann waren auch die 2-5 Fliegen nicht mehr zu sehen und unser kleine Rohrspatz konnte diesen wunderschönen Ort ebenfalls geniessen. Nur in verrückter Verlobter musste natürlich noch ein wenig mehr laufen, aber das wurde partnerschaftlich gelöst! Man muss auch mal getrennte Wege gehen können!

Den sagenumwobenen Sonnenuntergang sahen wir dann am Uluru. Und es ist wahr - die Farbe rot bekommt hier nochmal eine ganz neue Bedeutung. Somit ging ein erster ereignisreicher Tag zu Ende, der mit einem deftigen BBQ im Hotel unter sternenklarem Himmel endete.

Uluru am Morgen

Heute sollte es also endlich soweit sein. Wir durften Uluru aus nächster Nähe betrachten und dabei die viel beschriebenen Naturschauspiele beobachten: Sonnenaufgang und -untergang.

Ausschlafen war also nicht. Denn schon wieder mussten wir früh aufstehen, um den Sonnenaufgang zu sehen. Geführt wurden wir von einheimischen Aboriginal People, für die Uluru seit mehr als 40000 Jahren ein heiliger Platz ist. Kaum war die Sonne aufgegangen, konnte man das berühmte Glühen des Berges sehen: intensives orange-rot in allen denkbaren Abstufungen! Man konnte gar nicht so viele Fotos machen, wie sich die Farben änderten. War aber auch nicht so wichtig, denn man muss es mit eigenen Augen gesehen haben. Nur dann kann man dieses Schauspiel nachvollziehen.

Danach gab es erstmal ein leckeres Frühstück mit unserem Guide im Cultural Center. Das Land und der Nationalpark gehören den Aboriginal People und werden auch von ihnen verwaltet. Im Cultural Center bieten sie einige Einblicke in ihre Kultur und die Geschichte des Uluru und um ihn herum. Die Einblicke setzten sich fort, als wir zum Fuss des Uluru liefen und unterwegs immer wieder praktisch in die Kultur der Aboriginal People eingeführt wurden: Feuer machen nur mit Holz, Kleber herstellen aus Spinifex-Gras und Speerwerfen zum Jagen. Da dies Männersache war, durften auch nur die Männer das Werfen ausprobieren. Ich habe es auch versucht - das Känguruh hätte ich allerdings um Meter verfehlt. Immerhin ist der Speer geflogen und hat niemanden verletzt! Nach 4,5 Stunden war diese sehr interessante Tour zu Ende und wir waren wieder uns selbst überlassen.

Uluru am Mittag

Braun ist er, wenn die Sonne am höchsten steht. Wir haben uns nun ganz nah rangetraut und sind ein Stück um ihn herumgelaufen. Ihn zu besteigen kam für uns nicht in Frage! Uluru ist für die Ureinwohner ein heiliger Berg und sie möchten nicht, dass er bestiegen wird. Sie möchten, dass jeder Besucher dies und ihre damit verbundene Kultur respektiert. Zudem ist der Anstieg und noch viel mehr der Abstieg sehr gefährlich und es sind bereits 42 Menschen dort gestorben. Die Aboriginal People bedauern sehr, wenn jemand auf ihrem Land zu Schaden kommt und möchten dies so weit es geht vermeiden. Neben dem erwarteten Respekt gibt es aber auch noch Umweltgründe, die einen jeden Besucher davon abhalten sollten, Uluru zu besteigen. Um den Berg herum gibt es wichtige Wasserlöcher für die einheimischen Tiere. Jeder Besucher, der den Berg besteigt, hinterlässt seine Spuren und vor allem Müll. Dieser wird mit dem Regen vom Berg herabgespühlt und sammelt sich in den Wasserlöchern. In einem der Wasserlöcher wurden während einer Trockenperiode 780 Fotobatterien am Grund des Wasserloches gefunden. Und das war natürlich längst nicht alles. Ich denke, damit ist alles gesagt!

Uluru bietet faszinierende Formationen, Höhlen und Farben. Das lohnt sich sowieso viel mehr als eine Besteigung. Und das Faszinierenste ist, dass er aus einem Block Stein besteht. Wie ein riesiger Felsen liegt er mitten in der Wüste 350 m hoch. Es wird aber vermutet, dass er bis 18 km tief in den Boden reicht und 100 km breit ist. Eine richtige wissenschaftliche Erklärung für ihn gibt es nicht. Es ist nur sicher, dass er kein Felsblock ist, der einfach in der Wüste liegt. Kata Tjuta gehört ebenfalls dazu. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um Gesteinsblöcke, sondern um ein Gemisch aus Steinen, Felsen und getrocknetem Schlamm. Die rote Farbe rührt bei beiden Erscheinungen von dem hohen Eisengehalt her.

Uluru am Abend

Dieser Abend wurde aussergewöhnlich, denn unsere zweite Tour verbrachten wir auf Vierbeinern: Kamelen! Eigentlich gehören Kamele ursprünglich nicht nach Australien, aber sie wurden von den Weissen in die Wüste gebracht, da sie sich für Touren durch das Outback besonders eigneten. Irgendwann wurden sie aber nicht mehr gebraucht und einfach in die Wüste freigesetzt. Heute gibt es viele wilde Kamele in Australien, die durch das Outback ziehen. Ein paar haben sie wieder eingefangen und diese tragen nun ein paar Touristen in Richtung Sonnenuntergang durch das Outback. Diese etwas aussergewöhnliche Tour wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Und wir waren positiv überrascht: Kamele sind unglaublich gutmütige Tiere und sie geniessen jede Streicheleinheit. So schaukelten wir eine Stunde durch die Wüste und bekamen einen tollen Sonnenuntergang zu sehen, weitab von den grösseren Menschenansammlungen. Über das Farbenspiel brauche ich hier wohl nicht mehr viel sagen. Es war ein schöner Abschluss eines kurzen aber intensiven Besuches des Uluru!

Es ist ein magischer Platz und wir sind glücklich, dass wir den Berg erleben durften. Es ist nur ein Felsen - aber ein ganz Besonderer mit einer aussergewöhnlichen Ausstrahlung!

Wir hoffen, ihr konntet unsere Eindrücke ein wenig nachvollziehen. Alle, die schon da waren, bestimmt. Allen, die noch nicht da waren, können wir nur empfehlen, Uluru einen Besuch abzustatten, wenn ihr euch in Australien aufhaltet. Es lohnt sich!

Wie geht es weiter?

Ein paar ruhige Wochenenden in Sydney liegen vor uns, an denen wir in die Oper gehen, Whale Watching machen, ein Musical besuchen und einen zweiten Versuch in den Blue Mountains wagen werden. Ende Juli steht dann unser zweiwöchiger Urlaub im Norden an. Auf den freuen wir uns schon sehr. Zwischendurch haben wir sehr viel zu arbeiten und wir sind über jede Erholungsphase froh.

Winterliche Grüsse schicken wir nach Deutschland! Ich glaube, das ist dringend nötig, denn es verspricht ja noch ein heisses Sommermärchen zu werden! Geniesst es! Bis bald und Deutschland wird Europameister!

21.6.08 13:30

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